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TTA – Erwerbslosigkeit von Pflegekräften in Spanien

Erwerbslosigkeit von Pflegekräften in Spanien

Im Verlauf der Finanzmarktkrise gerät Spanien mitsamt dem Bankensektor unter Druck. In der Folge wird es abhängig von europäischen Sicherungsmaßnahmen, den so genannten Euro-Rettungsfonds, die mit Bürgschaften aus den öffentlichen Haushalten abgesichert werden. Das europäische Finanzierungsmodell zur Rekapitalisierung der spanischen Banken sieht eine drastische Ausgabenkürzung vor. Gleichzeitig wird der spanische Arbeitsmarkt flexibilisiert. Die Ursachen, die zur Finanz- und Arbeitsmarktkrise geführt haben, sollen überwunden und damit die Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden. In den Jahren 2001-2007, in denen übermäßig viel ausländisches Kapital nach Spanien fließt, ensteht der Bauboom, der durch die zusätzliche Bereitstellung neuen Baulandes zu Zuwachsraten in der Bauwirtschaft von über 10% und zu einem Anstieg der Immobilienpreise von nahezu 12% führt. In dieser Zeit, der so genannten El-Dorado-Dekade, wächst die Bevölkerung Spaniens um über 4 Mio auf insgesamt 46 Mio Menschen an. Spanien ist damit der Staat in der EU, der am stärksten wächst. Neben Immobilieninvestoren und Glücksrittern sind es häufig Menschen aus dem Maghreb und Zentralafrika, die eine Beschäftigung in der Bauwirtschaft finden. Dort werden bis 2007 überdurchschnittlich hohe Löhne gezahlt, die einen Sog auf die Einwanderung und auf andere Berufsgruppen innerhalb Spaniens ausüben. Der Anteil an Beschäftigten im Bausektor, die keine Berufsausbildung in der Bauwirtschaft aufweisen, wird höher (vgl. hierzu: Heribert Dieter: Nach der El-Dorado-Dekade, Spaniens Weg in die Krise und die heutige gefährliche Rettungspolitik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin 2012, S. 2ff.).

Im Jahr 2008, nach dem Platzen der Immobilienblase, verlieren viele Beschäftigte im Bausektor ihren Arbeitsplatz. Die Einnahmen in den privaten Haushalten sinken und viele Hypotheken können nicht mehr bedient werden. Zur Stabilisierung des Bankensystems setzt sich die Austeritätspolitik in der Europäischen Union durch, die eine Ausgabenkürzung im öffentlichen Bereich vorsieht. Da sich zunehmend weniger Geld im Wirtschaftskreislauf befindet, verschärft sich die Situation auf dem spanischen Arbeitsmarkt. Im Januar 2014 erreicht die Erwerbslosigkeit ihren vorläufigen Höchststand von 27%. Besonders stark betroffen sind erwerbsfähige Personen über 50 und unter 25 Jahren, bei denen die Erwerbslosenquote auf über 50% ansteigt. Bei den Jugendlichen erreicht sie im Januar 2014  nahezu 57%. Auch wenn viele Jugendliche akademisch gebildet sind und selbst im MINT-Bereich über zwei abgeschlossene Studien verfügen, erhalten Sie kaum eine Beschäftigung.

Stellvertretend für die Situation auf dem spanischen Arbeitsmarkt, steht das Gesundheitssystem, das in besonderer Weise den Sparbemühungen der spanischen Regierung unterliegt. Seit dem Jahr 2008 finden kaum noch Neueinstellungen statt. Beispielsweise in Valencia versammeln sich im Juli 2013 mehr als 16.000 Krankenpfleger, die sich auf 500 Plätze im öffentlichen Dienst bewerben. Die Auswahlwahrscheinlichkeit liegt bei 3,1%. Die spanische Gewerkschaft der Pflegeberufe SATSE sagt für die nächsten Jahre keine Besserung der Beschäftigungssituation voraus. Im Gegenteil, in einer Ende 2014 veröffentlichten Studie geht man von einem zusätzlichen Anstieg der Erwerbslosigkeit aus. Im Jahr 2018, so SATSE, sollen davon bis zu 75.000 Pflegekräfte betroffen sein. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des spanischen Fernsehens rtve sind mittlerweile 80% aller Jugendlichen bereit, unabhängig von der Bezahlung und dem Arbeitsort, jede Art von Beschäftigung anzunehmen (vgl. hierzu: rtve: telediario vom 12.01.2014, 21:00 Uhr). In Bezug auf die Pflege führt diese Erwerbslosigkeit zu einer starken Auswanderung von spanischen Pflegekräften nach Deutschland und in die Schweiz. Hier erhalten sie die Möglichkeit, eine angemessene Beschäftigung aufzunehmen.

TTA – Personalbedarf Gesundheits- und Krankenpfleger

Vermittlung Pflegekräfte

Durch die weit in die Gesellschaft hineinreichenden Entwicklungen in der Pflege interessieren sich immer weniger Menschen für den Beruf der Pflegefachkraft. Neben weniger werdenden Berufseinsteigern leidet die Profession an einem weiteren Problem: Die bereits 1997 veröffentlichte Studie von Becker und Meifort kommt zu dem Ergebnis, dass nach fünf Jahren nur noch 20% der ausgebildeten Altenpfleger/innen in ihrem Beruf tätig sind. Weitere 20% sind in einen anderen Beruf gewechselt, 10% haben ein Studium aufgenommen und 50% haben die Berufstätigkeit entweder aufgegeben oder sind erwerbslos geworden. Somit zählt die Berufsgruppe der Altenpfleger/innen zu derjenigen, die am frühesten aus ihrem Beruf ausscheidet.

Auch wenn sich die Situation in der Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen etwas besser darstellt – hier geht man von einem durchschnittlichen Berufsausstieg nach sieben Jahren aus – prägen Begriffe wie Pflegenotstand oder Fachkräftemangel die öffentliche Diskussion. Wenn man der Argumentation des Geschäftsführers Bernd Meurer vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste BPA folgt, kommen auf drei freie Stellen ein/e Bewerber/in, was einen Fachkräftemangel in der Pflege von bis zu 120.000 Personen in der Bundesrepublik Deutschland bedeuten würde. Allerdings wird außer Acht gelassen, dass viele Pflegebedürftige zu Hause von Familienangehörigen gepflegt würden.

Überträgt man den Begriff des Fachkräftemangels auf naturwissenschaftliche Berufe, kommt Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zu folgender Schlussfolgerung: „Für einen aktuell erheblichen Fachkräftemangel sind in Deutschland kaum Anzeichen zu erkennen. Dies ergibt sich sowohl aus der aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt als auch aus der Situation bei der akademischen und betrieblichen beruflichen Ausbildung. Zudem sind die Löhne – ein Indikator für Knappheit auf dem Markt – bei den Fachkräften in den letzten Jahren kaum gestiegen“.

Wenn man Parallelen zu den Pflegeberufen zieht, müsste man zu der Schlussfolgerung kommen, dass ein Fachkräftemangel schon deshalb nicht vorliegen kann, weil die Löhne zu niedrig seien. Jedoch sind die Möglichkeiten in einer durch Kostenbudgetierung gekennzeichneten Gesundheitswirtschaft gering, die Attraktivität durch Lohnanpassung zu steigern. Wenn man sich die Stellenanzeigen im pflegerischen Bereich anschaut, kommt man nicht umhin, einen massiven Fachkräftemangel in der Pflege zu konstatieren.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung spricht daher im Jahr 2013 die Empfehlung aus, den Zuzug von ausländischen Arbeitskräften zu forcieren. Die Wirtschaftskrise in Spanien sorgt für ein starkes Motiv, nach Deutschland auszuwandern. Es finden derzeit große Personalvermittlungen wie in die Rehaklinik von Beelitz statt, wo 25 spanische Pflegekräfte eine Anstellung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in gefunden haben.

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TTA – Pflegekräfte in Berlin

Vermittlung Pflegekräfte

Berlin, den 08.09.2014 – Vermittlung von 10 Pflegefachkräften aus Spanien in die Alpenland Gruppe Berlin durch den Personaldienstleister TTA Personal.

Der Fachkräftemangel ist zu einem Problem in den Pflegeeinrichtungen geworden. Händeringend wird nach neuen Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung gesucht. Wenn früher Stellenanzeigen ausreichten, um an genügend Personal zu gelangen, sind zunehmend kreative Wege der Personalgewinnung gefragt. Neben der Etablierung von Pflegefachschulen und der Präsenz auf Berufsfachmessen präsentieren sich Pflegeeinrichtungen immer häufiger in Schulen, um früh auf den Beruf des Altenpflegers oder den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers aufmerksam zu machen. Neben der Werbung im eigenen Land richtet sich der Blick aber zunehmend nach Spanien, das seit Jahren durch die Arbeitsmarktkrise und eine hohe Arbeitslosigkeit von mehr als 50% unter den unter 25-jährigen gekennzeichnet ist.

Der Geschäftsführer Fischer des Berliner Pflegeunternehmens Alpenland hat den Personaldienstleister TTA beauftragt, um an geeignetes Personal aus Spanien zu gelangen. Der Bedarf in Deutschland und die Arbeitslosigkeit in Spanien waren ein starkes Motiv für die Berliner Pflegeeinrichtung. Gewonnen haben beide Seiten: die spanischen Pflegekräfte verfügen über eine tariflich geregelte Arbeit, in der Sie ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen anwenden können; das Berliner Unternehmen über motiviertes Personal, das sich durch einen hohen Professionalisierungsgrad auszeichnet. Die Berufsausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger findet in Spanien an der Universität statt. Die spanischen Pfleger erlangen an den Gesundheitsfakultäten das fachliche Niveau eines deutschen Assistenzarztes.

Die verschiedenen Seniorenresidenzen der Alpenland Gruppe Berlin beschäftigen derzeit mehr als 10 spanische Pflegekräfte, die sich mittlerweile auch sprachlich auf einem hohen Niveau befinden. Und auch in Zukunft denkt der Geschäftsführer der Alpenland Gruppe über die Einstellung weiterer Pflegefachkräfte aus Spanien nach.

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TTA – Attraktivität der Pflegeberufe

Medizinisches PersonalWenn der Anteil Hochbetagter steigt, nehmen Krankheiten wie Demenz und altersbedingte Depressionen zu, die in enger Beziehung zur Hochaltrigkeit stehen. Die Veränderung der Krankheitsbilder, die mit steigendem Aufwand behandelt werden, erhöhen die Verweildauer in den Krankenhäusern und in den stationären Pflegeeinrichtungen. Diese Tendenz steht jedoch im Widerspruch zum Wirtschaftlichkeitsgebot und der gesetzlich festgeschrieben Kostenbudgetierung im Gesundheitsbereich. Verteilungskämpfe sind die Folge, die sich meist zu Ungunsten der Pflegeberufe gestalten: „Im Krankenhaus sind die Krankenpflegekräfte als das schwächste Glied im Personalbereich anzusehen. Da die Personalkosten im Krankenhaus besonders hoch sind, werden weitere Personaleinsparungen von Seiten der bürokratisch-orientierten Krankenhausverwaltungen insbesondere den pflegerischen Bereich betreffen. Dies verstärkt nicht nur den Personalmangel, sondern der Kostendruck wird die ganze Krankenhausorganisation zu Ungunsten des krankenpflegerischen Bereiches verändern.“ Da in Krankenhäusern bis zu 61% und in Pflegeeinrichtungen bis zu 80% der Gesamtkosten durch das Personal verursacht werden, bleiben nach der Optimierung von Arbeitsprozessen, der Senkung von Fixkosten und dem Einsatz automatisierter Behandlungsverfahren nur noch zwei wirtschaftliche Stellschrauben übrig: Stellenabbau bei gleichzeitiger Absenkung der Vergütung; die Anforderungen an das Personal verdichten sich, so dass weniger Pflegekräfte bei schlechterer Bezahlung einer größer werdenden Anzahl von immer älter werdenden Patienten gegenüberstehen.

Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen für die Arbeitszufriedenheit und die Attraktivität der Pflegeberufe. Die Bezahlung stellt dabei einen wesentlichen Einflussfaktor dar. Sie ist der Anreiz für die Wahl bzw. für den Ausstieg aus einem Beruf: „Das Sozialprestige eines Berufes in unserer Gesellschaft wird wesentlich mitbestimmt von der Höhe der Vergütung“. Hinzu kommt ein Wertewandel in Bezug auf die Berufswahl. Die jüngere Generation verfügt über ein verändertes Bildungsverhalten. Sie strebt eine höhere Allgemeinbildung an und wählt Berufe, die diesen Ansprüchen gerecht werden. Die Berufstätigkeit erhält eine sinnstiftende Funktion; die Bedeutung von Freizeit, persönlicher Selbstverwirklichung und materieller Unabhängigkeit wächst; der Begriff der Work-Life-Balance steht stellvertretend für diesen Wertewandel. Wenn man diesen Wertewandel in Beziehungen zu den Entwicklungen im Pflegebereich setzt, muss die Attraktivität der Pflegeberufe im Gesundheits- und Krankenwesen zwangsläufig abnehmen. Bereits im Jahr 1990 werden 2000 Pflegekräfte im Rahmen einer vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung in Auftrag gegebenen Studie zu Ihren Arbeitsbelastungen befragt.

Belastungsmerkmal sind unter anderem: unzureichende Personalbesetzung, ungünstige Dienstzeiten, Ausführung pflegefremder Tätigkeiten und niedriger Stellenwert der Krankenpflege in der Gesellschaft. Das gesellschaftliche Bewusstsein von Gesundheit und Medizin wandelt sich und damit die Beziehung zwischen Anbietern und Nachfragern von Gesundheitsdienstleistungen: „Die emanzipatorischen Bedürfnisse des Patienten kollidieren mit der Intensität der pflegerischen Arbeit im Krankenhaus. Der gesellschaftliche Wertewandel und die Individualisierung der Lebenslagen verändert die Anspruchshaltung an die öffentlichen Leistungen des Gesundheitssystems. Der Patient erwartet ein umfassendes Eingehen auf seine physischen und psychischen Bedürfnisse. Diese ganzheitliche Versorgung erscheint für einen Großteil der Patienten als eine selbstverständliche pflegerische Gegenleistung, für die er im Rahmen eines wertorientierten Sozialversicherungssystems bezahlt hat.“

Die Vorstellungen von Behandlung und Pflege als einer wertorientierten Dienstleistungen widerspricht der Kostenbudgetierung in der Gesundheitsversorgung. Die Erwartungshaltung, dass BeitragszahlerInnen in den Behandlungs- und Pflegezentren eine „hotelähnliche Versorgung“ erhalten, muss zwangsläufig zu Enttäuschungen führen, für die häufig die Pflegekräfte verantwortlich gemacht werden.

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