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TTA – Fachkrankenpfleger, OTA, spanisches OP Personal – ein Vergleich

OP Personal Spanien

Der medizinische Fortschritt und die zunehmende Komplexität im OP erhöhen die Anforderungen an das medizinische Personal im Operationssaal. Neben der technologischen Entwicklung der Apparatemedizin und der robotisierten Operationsverfahren hat sich der Dienst im OP zu einer multidisziplinären Herausforderung entwickelt, die nicht vor den Pflegekräften halt macht. Seit den 90er Jahren ist eine Ausdifferenzierung in den medizinischen Heilberufen zu beobachten, die zur Etablierung des Ausbildungsberufes OTA, Operationstechnische Assistentin bzw. Operationstechnischer Assistent, geführt hat. Diese Ausbildung dauert 3 Jahre mit insgesamt 1600h Theorie und 3000h Praxisanteil. Die Operationstechnischen Assistenten durchlaufen verschiedene Fachdisziplinen und Abteilungen. Dort werden sie in den methodischen und personalen Kompetenzen für den Dienst im Operationssaal geschult. Auch wenn dieses Berufsbild traditionell nicht dem Pflegepersonal zugeordnet wird, ist die Berufsausbildung OTA zu einem festen Bestandteil im OP geworden.

Neben dem Operationstechnischen Assistenten arbeiten Fachkrankenpfleger bzw. Fachkrankenpflegerinnen im Operationsdienst. Voraussetzung für diese Weiterbildung ist der Berufstitel Gesundheits- und Krankenpfleger, den man nach einer dreijährigen Ausbildung erhält, und mindestens 24 Monate Berufserfahrung in der Krankenpflege. Nach einer zweijährigen berufsbegleitenden Fachweiterbildung, die mit einem Examen abschließt, ist man zum Führen der Berufsbezeichnung Fachkrankenpfleger bzw. Fachkrankenpflegerin berechtigt.

In Spanien sind die Berufsbilder in der Krankenpflege vollständig akadademisiert und so die Weiterbildung zur OP-Fachkraft ein postgradualer Masterstudiengang. Voraussetzung für das Masterstudium ist das vierjährige Studium der Pflegewissenschaften, das mit dem Titel “grado en enfermería” abschließt. Der Masterstudiengang umfasst 600h Theorie und abhängig von den praktischen Erfahrungen bis zu 375h Praxis. Bei einer Gesamtdauer von einem Jahr beinhaltet das Studium 60 Credit Points. Ziel des Studienganges ist es, die Behandlungsschritte von der Vorbereitung einer chirurgischen Intervention über die Assistenz während einer Operation bis zur Nachbehandlung theoretisch und praktisch zu durchdringen, um eine bestmögliche Behandlung und eine schnellstmögliche Genesung des Patienten sicherzustellen. Das Studium wird mit einer Masterarbeit abgeschlossen. In der Summe hat eine spanische OP-Fachpflegekraft fünf Jahre studiert. Dabei hat sie durchschnittlich 4.650h theoretischen Unterricht und 2.460h Praxisanteil absolviert.

Anders als der allgemeine Dienst in der Krankenpflege unterliegt der Dienst im Operationsaal keinen gesetzlichen Bestimmungen, weder in Spanien noch in Deutschland oder der Schweiz, so dass es dem Arbeitgeber überlassen ist, welches examinierte bzw. akademisierte Pflegepersonal er im OP einsetzt.