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Spanische Physiotherapeutin im Interview

Berlin, 10.12.2019. Schon seit längerer Zeit macht sich der Mangel an Fachkräften in der Gesundheitsbranche bemerkbar. Insbesondere Praxen der Physiotherapie beklagen den Fachkräftemangel. Stellenausschreibungen kosten Geld, verlaufen ins Leere und sorgen nicht für das gewünschte Ergebnis. So muss die Branche alternative Wege beschreiten und einer dieser Wege führt nach Spanien. Ein Land, in dem mehr Physiotherapeuten ausgebildet werden als der Stellenmarkt benötigt. Diese Situation sorgt für eine hohe Motivation, in Deutschland zu arbeiten. Der Personalvermittler Vicente Milán weiß um diesen Umstand und vermittelt seit acht spanische Physiotherapeuten: „Am Anfang war den Praxen noch nicht klar, welche Chancen Spanien bietet.“ Mittlerweile habe man begriffen, dass man in Spanien motivierte Physiotherapeuten findet. Vor einigen Tagen konnte ein Kamerateam aus Barcelona die Physiotherapeutin Cristina interviewen:

Die spanische Physiotherapeutin Cristina im Gespräch

Physiotherapeuten aus Spanien sind beliebt

„Das beste an Franken ist die Currywurst“, so beginnt Cristina ihre Vorstellung mit einem Augenzwinkern. Sie hat sich gut in Deutschland eingelebt und berichtet in dem Interview über Ihre Erfahrungen und den Start in Franken. In Deutschland werde man mit offenen Armen empfangen, auch wenn man noch nicht so gut Deutsch spreche. Die Menschen geben sich sehr viel Mühe. Vor allem auf dem Lande sind die Menschen sehr freundlich und Spanien kommt gut in Franken an. Sie ist so etwas wie der Star im Dorf, jeder kenne sie, alle grüßen freundlich. Es mache ihr große Freude, dazu zu gehören. Mittlerweile spreche sie auch sehr gut Deutsch, habe die B2-Sprachprüfung bestanden und freut sich, als anerkannte Physiotherapeutin zu arbeiten.

Cristina war anfänglich nicht klar, wie groß der Bedarf in Deutschland ist. Man suche fast überall nach Physiotherapeuten. „Umso besser für mich“, sagt sie. Geholfen habe ihr auch, dass sie privat Anschluss gefunden und einen deutschen Freund habe. „Ich spreche praktisch nur noch Deutsch und das Umschalten auf Spanisch fällt mir schwer“, so Cristina.

Die Physiotherapeutin Kristina mit Vicente Milan von TTA Personal

Anerkannte Ausbildung in Deutschland

Das, was in Deutschland eine Ausbildung ist, wird in Spanien studiert. Cristina hat vier Jahre Physiotherapie in Barcelona studiert. Man braucht für die vollständige Anerkennung das Diplom B2. Das sei aber kein Problem, so die junge Frau aus Spanien. „Ich habe hier mit Grundkenntnissen angefangen und neben dem Job die Sprachschule besucht„. Im Medizinischen habe es wenig Probleme gegeben, da sich viele Wörter ähnlich seien. Zur Not ginge auch die Verständigung mit Händen und Füßen. Das sei aber nur in der allerersten Zeit nötig, denn mittlerweile spreche sie so gut Deutsch, dass ihr im Interview manchmal die Worte auf Spanisch fehlten. Und ob Sie diese Erfahrung ihren Landsleuten empfehlen könne?, „Ja“, antwortet sie ohne zu zögern. Sie habe so viele tolle Erfahrungen gemacht und sei als Mensch gereift. Sie kann es den Leuten in Spanien nur empfehlen, nach Deutschland zu kommen: „Es lohnt sich“.

TTA – spanische Pflegekräfte – Anerkennung in Deutschland

spanische PflegekräfteDer Berufstitel einer spanischen Pflegefachkraft ist funktional dem deutschen Titel Gesundheits- und KrankenpflegerIn bzw. AltenpflegerIn gleichgestellt. Damit der Titel bei den jeweiligen Landesbehörden anerkannt werden kann, bedarf es der Sprachkompetenzstufe B2 auf Deutsch, eines polizeilichen Führungszeugnisses, einer ärztlichen Bescheinigung und der beeidigten Übersetzung des spanischen Zeugnisses „diplomatura en enfermería“ oder „grado en enfermería“. Einige Anerkennungsstellen fordern darüber hinaus noch weitergehende Dokumente. Verordnungen hierüber werden von den jeweiligen Landesbehörden und den zuständigen Ministerien erlassen. In der Zeit vor der Anerkennung können die Pflegekräfte bereits als Pflegehilfskraft arbeiten und in Bayern als Fachkraft in Anerkennung.

Das bedeutet für den Freistaat Bayern, dass die spanisch Pflegekraft bereits vor der formalen Anerkennung die rechtlichen Voraussetzungen einer Pflegefachkraft erfüllt; somit erfüllt sie auch die Fachkraftquote von 50%. Vor dem Hintergrund der jeweiligen Sprachkompetenz entscheiden die jeweiligen Ärzte in Zusammenarbeit mit den Klinik- und Heimleitungen, welchen Handlungsspielraum sie den spanischen Pflegefachkräfte einräumen. Fachlich gibt es keine Einschränkungen, da das spanische Studium zur Pflegefachkraft ein europäischer Spitzenstudiengang ist und der deutschen Ausbildung zur Gesundheits- und KrankenpflegerIn mindestens gleichgestellt ist.

In Bayern muss innerhalb von sechs Monaten nach Aufnahme der Beschäftigung der Nachweis der deutschen Sprachkompetenzstufe B2 eingereicht werden. Andernfalls verliert die Fachkraft in Anerkennung ihren Status als Pflegefachkraft. Es besteht nach der Sechsmonatsfrist aber die Möglichkeit, den Nachweis über die Sprachkompetenz nachzureichen, so dass die spanische Pflegekraft wieder den Status einer anerkannten Pflegefachkraft erhält.

Vgl. hierzu: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen: Vollzug des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (PfleWoqG) sowie der hierzu erlas- senen Rechtsverordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (AVPfleWoqG) für den Bereich der Pflege, München 10.5.2013, S. 15ff.

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TTA – Anerkennung von spanischem Pflegepersonal

Studium spanische PflegekräfteDer Berufstitel einer spanischen Pflegekraft ist funktional dem deutschen Titel Gesundheits- und KrankenpflegerIn bzw. AltenpflegerIn gleichgestellt. Damit der Titel bei den jeweiligen Landesbehörden anerkannt werden kann, bedarf es der Sprachkompetenzstufe B2 auf Deutsch. Verordnungen hierüber werden von den jeweiligen Landesbehörden und den zuständigen Ministerien erlassen. In der Zeit vor der Anerkennung können die Pflegekräfte bereits als Pflegehilfskraft arbeiten und in Bayern als Fachkraft in Anerkennung.

Das bedeutet für den Freistaat Bayern, dass die spanische Pflegekraft bereits vor der formalen Anerkennung die rechtlichen Voraussetzungen einer Pflegefachkraft erfüllt. Innerhalb von sechs Monaten nach Aufnahme der Beschäftigung muss der Nachweis der deutschen Sprachkompetenzstufe B2 eingereicht werden, andernfalls verliert die Fachkraft in Anerkennung ihren Status als Pflegefachkraft. Es besteht nach der Sechsmonatsfrist die Möglichkeit, den Nachweis über die Sprachkompetenz nachzureichen, so dass die spanische Pflegekraft wieder den Status einer anerkannten Pflegefachkraft erhält. (vgl. hierzu: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen: Vollzug des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (PfleWoqG) sowie der hierzu erlas- senen Rechtsverordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (AVPfleWoqG) für den Bereich der Pflege, München 10.5.2013, S. 15ff.)

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TTA – Studium spanischer Pflegekräfte auf höchstem Niveau

TTA Personal MedizinDie spanische Ausbildung zur/zum Gesundheits- und KrankenpflegerIn ist vollständig akademisiert und hat bis 2008 drei Jahre gedauert, Abschluss: ‚diplomado en enfermería’. Im Zuge des Bologna-Prozesses zur Schaffung eines einheitlichen Hochschulraumes ist 2008 die Studienzeit auf vier Jahre erhöht worden und trägt seitdem den Titel ‚grado en enfermería’. Das Studium beinhaltet die gleichen Lernfelder wie in der deutschen Ausbildung und hat mit durchschnittlich 4050 h ein Drittel mehr Theoriestunden. Sämtliche Differenzierungsbereiche können während des Studiums abgedeckt werden. Durch den höheren Stundenanteil und Professionalisierungsgrad sind beide Titel dem deutschen Abschluss Gesundheits- und KrankenpflegerIn funktional gleichgestellt.

Das fachliche Niveau verhält sich komplementär zu den höher werdenden Anforderungen im Krankenhausalltag: „Die Technisierung des Krankenhauses erhöht die Intensität und Qualität der krankenpflegerischen Arbeit. Zum einen erfordert eine komplizierte Technik einen hohen Wissensstand der Krankenpflegekräfte. Für die pflegerische Stationsarbeit ist ein hohes und sich ständig veränderndes Wissen erforderlich, um die komplizierten Geräte bedienen und neue Therapieformen durchführen zu können.“ Auf diese Anforderungen reagiert das spanische Studium seit 2008 mit einer Erhöhung der Studienzeit auf vier Jahre. Der Geschäftsführer der Kliniken Beelitz bemerkt zur fachlichen Eignung: „Wir sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit und der Qualität ihrer Ausbildung. Uns war das Niveau der spanischen Pflegekräfte zwar schon während der Auswahlgespräche in Spanien bewusst, hier vor Ort zeigen sie jedoch ihre wahre Stärke: Sie sind mindestens genauso gut wie ihre deutschen Kollegen, wenn nicht sogar besser.“ Der Berufstitel einer spanischen Pflegekraft ist funktional dem deutschen Titel Gesundheits- und KrankenpflegerIn bzw. AltenpflegerIn gleichgestellt. Damit der Titel bei den jeweiligen Landesbehörden anerkannt werden kann, bedarf es der Sprachkompetenzstufe B2 auf Deutsch. Verordnungen hierüber werden von den jeweiligen Landesbehörden und den zuständigen Ministerien erlassen. In der Zeit vor der Anerkennung können die Pflegekräfte bereits als Pflegehilfskraft arbeiten und in Bayern als Fachkraft in Anerkennung.

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